Beamte Vorruhestand

Dass Beamte oft in den Vorruhestand gehen, scheint vielen Menschen sehr unverständlich, die mit den täglichen Herausforderrungen in der freien Wirtschaft zu kämpfen haben. Trotzdem darf man das nicht verallgemeinern! Sieht man sich mal genauer an, welche Beamte vorzeitig in den Ruhestand gehen, wird man feststellen, dass es vergleichsweise wenige Beamte sind, die vorher in einem Büro bzw. einer Behörde gearbeitet haben.

Die meisten die den Vorruhestand antreten, waren vorher Polizisten, Zollbeamte oder Berufssoldaten. Auch wenn ältere Menschen in unserer Zeit immer „fitter“ werden ist es doch so, dass sicher niemand von einem „Soldaten“ mit 63 erwarten kann, dass er mit „Rheuma- und Arthritis“ eine Talibanjagt in Afghanistan veranstaltet oder auch nur das „Überlebenstraining“ einigermaßen übersteht. Deshalb gehören sie auch zu den „Beamten“, die „am Frühsten“ und am Häufigsten in den Vorruhestand treten. Diejenigen die es nicht tun, sind nach ihrer Zeit, in der Bundeswehr oft bei privaten Sicherheitsunternehmen beschäftigt, bevor sie sich zur Ruhe setzen.

Auch wenn man davon ausgeht, dass man in Zukunft frühestens mit 63 in den Vorruhestand gehen kann, wäre es doch ein seltsames Bild, wenn eine „Mannschaft“ von 63-jährigen Polizisten versucht einen Banküberfall zu verhindern oder eine Geiselnahme zu beenden. Auch in diesen Behörden gibt es sicherlich Stellen, in denen man bis zum vollen Ruhestand arbeiten kann.

In vielen Fällen ist das aber nicht möglich, so dass sich die Beamten letztendlich fragen müssen, ob sie sich noch einmal in „höherem“ Alter auf ein völlig anderes „Arbeitssystem“ in der freien Wirtschaft einstellen oder doch die „Abschläge“ in Kauf nehmen und in den Vorruhestand gehen. Die Anhebung der Regelaltersrente auf 67 Jahre ist hier deshalb auch gar nicht „durchzuhalten“. Von den Beamten, die in den Vorruhestand treten, kommen die meisten aus eben diesen „Sicherheitsberufen“.